David Renggli „Mulholland Melody“ | oder die „Magie des Zufalls“

Es gibt Tage, die sind von einer ganz besonderen magischen Kraft erfüllt. Vom ersten Gedanken über die alltäglichen Rituale, bis zu den Menschen, die uns begegnen und den Dingen, die wir tun. Die Tage vom 3. bis zum 4. November 2017  besaßen für mich eine solche Magie. – Und das Bindeglied, der rote Faden, war die Kunst des David Renggli.

Die Magie des Zufalls

Seit ich mich mit DNAfruit Management auf die künstlerische Arbeit meines Vaters Zygmunt Blazejewski fokussiert habe, bin ich sensibilisert für die Bildende Kunst um mich herum. Gallerien fallen mir ins Auge, Zeitungsartikel erregen meine Aufmerksamkeit und der Horizont des kreativen Ausdrucks, hat sich seitdem intensiv erweitert. So verwundert es mich nicht, dass ich immer mehr Situationen anziehe, die mich mit den entsprechenden Elementen in Berührung bringen…

Freitags, bei einem Geschäftstermin, fiel mir nach Abschluss des Gesprächs ein großes, farbenfrohes, aus sich selbst leuchtendes Kunstwerk ins Blickfeld. Nachdem ich mich nach dem Namen des Künstlers erkundigte, blühten die Augen meines Gegenüber auf, als er verkündete, dass dies ein Werk des Schweizer Künstlers David Renggli sei. Nach dem Namen fragte ich leider nicht und ein Foto zu machen, kam mir in diesem Moment nicht in den Sinn. ABER ich will es aus meiner Erinnerung hier nochmal skizzieren:

Eine großzügige weiße Wand. Einzig in ihrem Zentrum angebracht: Ein ca. 300 x 250 cm bräunlich-weiß-patinierter Rahmen. Anstelle eines Passepartout, über die ganze Innenfläche des Eingerahmten: feines Aluminium. Mit Acryl scheinbar auf, bei näherer Betrachtung aber direkt hinter das Glas gemalt, verwischen Farben in Königsblau, vollem Rot und leuchtendem Gelb – hier und da ein grüner Fleck, teilweise Violett. Farben, für sich stehend, frech über die Fläche geschoben – vielleicht mit der Hand oder einem anderen künstlerischem Zauberwerkzeug. – Für sich und doch zusammen, im Kollektive völlig klar. Als wäre es bereit, die ersten Sonnenstrahlen aufzunehmen, um den Raum abermals mit Licht und seiner krafvollen Energie zu füllen.

Während wir leichtfüßig über das Werk sprachen, erzählte ich von unserer Ausstellung in der Meinekestraße und dass mein Vater Bildender Künstler sei. Der erste Zufall: Sein Vater Auch. Begeistert lud ich ihn ein, gemeinsam mit mir die Werke zu besichtigen. Während er freudig bejahte und mich im Gegenzug einlud, zum Kunstraum mit Gemälden seines Vaters Gerhart Bergmann zu kommen, fiel ihm plötzlich der zweite Zufall ein: Am 4. November 2017, würde ausgerechnet David Renggli in Berlin sein, um in der Wentrup-Galerie am Tempelhofer Ufer 22 (meine Lieblingszahl) , seine Ausstellung „Mulholland Melody“ zu eröffnen. Der dritte Zufall: An meinem 31. Geburtstag.

Mein Entschluss stand schnell fest: Ich würde einen schönen Geburstagsbrunch mit meinen Liebsten feiern und dann am späten Nachmittag zusammen mit meinem Freulein Sandra Nauheimer zur Vernissage nach Kreuzberg fahren.

Mulholland Melody

Gesagt, getan. Bereits im Dämmerlicht machten wir uns also auf den Weg. Etwas Aufgeregt, da wir zum ersten Mal in der Kreuzberger Kunst-Szene dabei sein würden. Aber auch neugierig, was für Menschen und Kunstwerke uns erwarteten. Nachdem wir einen halblegalen Parkplatz in der Nähe der Möckernbrücke ergattern konnten, machten wir uns auf die Suche nach dem Eingang.

Etwas unscheinbar, vom Licht der Hausnummer 22 erhellt, offenbarte sich der Zugang zum ersten Hinterhof. Stilbewussten Besuchern folgend, führte uns der Weg noch tiefer durch einen neon-bestrahlten Tunnel zu dem schlichten, aber gezielt auf die weiße Wand gesetzten Wort: WENTRUP.

Zugang zur Galerie Wentrup am Tempelhofer Ufer

Wir waren angekommen: Fünf Bierkästen als Catering, gestapelt vor einer Eisentür einer ehemaligen Werkstatt oder Lagerhalle und innen drin ein „White Cube“ mit den Werken David Rengglis: Mulholland Melody.

Und der erste Blick versprach eine Erfahrung unterschiedlichster Formen: Wunderkerzenartig, einzelnen DNA-Spiralen gleich, „schwebten“ Rengglis Werke namens „Spell my Name“ förmlich  durch den Raum und eröffneten, sich von allen Seiten in das Gesamtarrangement integrierende, Perspektiven. Als würde man mit dem Füllfederhalter kinderleicht Anfangs-Linien des eigenen Namens in die Luft schreiben.

Im Hintegrund farbig-leuchtend, der vierte Zufall: Format 160 X 125 X 8 cm, eingerahmt in Aluminium, abermals Hinterglasmalerei – dieses Mal mit Namen: „I Love You Painting (Finger Linger Us)“ DR/M 57.

Der Versuch einer Beschreibung

Rengglis Kunst ist für mich vielfältig, präzise und in ihrer Subtilität durchaus provokativ. Bewusst überhöht, wie zum Beispiel die übergroßen Fingerabdrücke, die über das Glas verteilt sind. Dem so oft nach der „Künstleridentität“ lechzenden Betrachter humorvoll den Spiegel vorhaltend.

Von ausgesprochener Schönheit auch die Werke aus der Reihe „Flooplan Desire Painting“:

Jute-Netze überziehen einen stilvollen Aluminiumrahmen und lassen den Blick in das hölzerne Innere möglich. Die vollen Acryl-Farben im Hintergrund, teilweise flächendeckend, teilweise „benetzt“ von einer weiteren Farbdimension, übersetzen in ihrem Schemenhaften die konkreten und realitätsbezogenen „College Notes“ & „Gridpaintings“ Rengglis.

(Meistens links oder rechts von dem zentralen „Floorplan Desire Painting“ ausgestellt.)

Warum darüber schreiben?

Die Kunst der Anderen ist für mich stets eine Inspiration: Ein Spiegel für den unbändigen Drang nach Lebendigkeit. Sehnsucht und Erfüllung. Eine Herausforderung für das ungelebte (noch) vergrabene Ich. Eine Möglichkeit des Ausdrucks dessen und eine Geschichte von Zerstörung, Heilung und Schöpfung. Auch Liebe. – In jedem Fall bringt sie mich als Betrachter in Bewegung. Im persönlichen, wie auch gesellschaftlichen Sinne.

Ein Ort der Begegnung

Dieser Tag als Geburtstagskind, ließ für mich keine Wünsche offen: Filmleute, Bildende Künstlerinnen und Künstler, Kunstbegeisterte, Kunstbewusste und – ja – auch der Künstler David Renggli höchstpersönlich. Alle waren sie da. Ich erinnere mich gerne an diese spontanen und bereichernden Gespräche zurück. Zum Beispiel mit Galerie-Mitarbeiter Gawain, dessen Leidenschaft für die ausgestellten Werke ansteckend war oder an das Wiedersehen mit Simon Bergmann, der mich überhaupt an diesen Ort gebracht hatte. Ich bedanke mich herzlich für JEDE persönliche Begenung. Für all das ernstgemeinte Interesse auch an unserem Hintergrund. Und nicht zuletzt verneige ich mich angemessen vor David Renggli und der Galerie Wentrup.

Der krönende Abschluss: Das gemeinsame Foto mit dem Künstler selbst: I Love You Painting!

Lorris Andre Blazejewski

Ps: Auf die Hasenohren hat er bestanden! 😉

Liebe Kunstsammler, Kunstliebhaber und alle Neugierigen da draußen:
Ihr könnt Euch noch bis zum 22. Dezember 2017 selbst einen Eindruck von der Ausstellung  „Mulholland Melody“ machen:

Offizielle Pressemitteilung EN

Address
Tempelhofer Ufer 22
10963 Berlin-Kreuzberg

Telephone

+49 (0)30 – 48 49 36 00
Fax

+49 (0)30 – 48 49 36 01

Opening hours
Tue-Sat 11-6 pm

Quelle der Galerie-Informationen

 

 

 

 

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