
Werkdaten
- Titel
- >Golgatha Light<
- Serie
- LKW-Format
- Werk-Kategorie
- Gemälde
- Jahr / Datierung
- 1998
- Technik
- Acryl auf Leinwand
- Träger / Material
- Leinwand, selbstgefertigter Holzrahmen
- Maße (H × B × T)
- 260 cm × 250 cm × 5 cm
- Signatur / Kennzeichnung
- An der Seite signiert „zb-jewski“
- Inventarnummer
- ZB-LKV-001
- Status
- Im Atelier, auf Anfrage erhältlich
Bild und Komposition
Die Komposition spannt sich über eine fast wandfüllende Breite. Ein leuchtendes, gelb-oranges Feld bildet den Grund, in den Blazejewski Linien, Zeichen und fragmentehafte Formen einschreibt. Vertikale Elemente erinnern an Standlinien oder Pfosten, dazwischen schweben kleine Farbinseln, diagonale Einschnitte und Zeichen, die wie aufblitzende Spuren wirken.
Die Bildfläche bleibt trotz ihrer Größe beweglich: Nichts ruht vollständig, alles scheint in einem Zustand zwischen Auflösung und Neuformierung zu sein. Das Auge wandert, ohne einen endgültigen Mittelpunkt zu finden.
Motiv und Bedeutung
Der Titel „Golgatha Light“ ruft einen existenziellen Ort auf – Golgatha als Chiffre für Leid, Transformation und Verdichtung von Geschichte. Gleichzeitig setzt das Wort „Light“ einen Kontrapunkt: Licht als Möglichkeit von Klarheit, Durchdringung und vielleicht auch Erlösung.
Im Bild selbst taucht dieses Spannungsfeld als abstrakte Choreografie auf: Bruchstücke, Kreuzungen, Aufwärtsbewegungen und Einschnitte, die zwischen Verletzlichkeit und Widerstand oszillieren. Das Gemälde öffnet einen Raum, in dem sich das Gewicht des Titels mit einer intensiv leuchtenden Farbigkeit verbindet.
Kontext und Entstehung
„Golgatha Light“ entstand Ende der 1990er Jahre, in einer Phase, in der Blazejewski verstärkt mit großformatigen Panoramen arbeitete. Die sogenannten „LKW-Formate“ sind auf eine lange horizontale Ausdehnung angelegt und verlangen nach einer Betrachtung im Gehen: Man nimmt das Bild nicht auf einen Blick wahr, sondern erschließt es Schritt für Schritt.
Die Arbeit steht damit exemplarisch für Blazejewskis Interesse an Bildflächen, die als „Landschaften des Bewusstseins“ gelesen werden können – ohne erzählerische Figur, aber mit einer starken inneren Dramaturgie.
Präsentation im Raum
Durch sein Panoramaformat eignet sich „Golgatha Light“ besonders für großzügige, freie Wände – etwa in Wohnräumen mit hoher Decke, in Foyers oder in längeren Flurzonen. Das Gemälde entfaltet seine Wirkung am stärksten, wenn es etwas Abstand zu anderen Werken hat und der Blick seitlich am Bild entlang wandern kann.