Das EU – Europabild 2020/2021 von Zygmunt Blazejewski ist ein großformatiges Gemälde von rund 7 Metern Breite und 2,6 Metern Höhe, entstanden in den Jahren der Corona-Pandemie.
Es zeigt die Flaggen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – jedoch nicht als glatte Symbolfläche, sondern als verdichteten Bildraum aus Vertiefungen, Spuren, Brüchen und Leerräumen. Das Werk versteht sich als vielschichtiges Zeichen für den Erhalt und die Stärkung der Europäischen Union und lädt zu einer offenen Auseinandersetzung mit der Idee Europa ein.
Blazejewski beschreibt sein Europabild als künstlerisches Statement, das zwei Bewegungen zugleich sichtbar macht:
- die „großartige kollektive Leistung“ der EU, die im Kern Europas über sieben Jahrzehnte Frieden ermöglicht hat,
- und die Schatten, die immer wieder auf dieses Projekt fallen – politisch, historisch, psychologisch.
Die Flaggen im Bild erscheinen als 27 „DEEP FLAGS“:
- Jede Flagge ist nicht nur Symbol, sondern „vertiefte“ Bildfläche, in der sich Geschichte, Konflikte und Verletzungen einschreiben.
- Auf der rechten Seite des Bildes zieht sich eine Vertiefung entlang – eine Art Grundstrom, der den „historisch-psychologischen Untergrund“ jedes Landes andeutet.
Spuren im Bild – Kratzer, Risse, Symbole – markieren, dass jede Nation verwundet wurde und selbst verwundet hat. Frieden erscheint nicht als Zustand, sondern als Ergebnis einer beständigen gemeinsamen Arbeit der Staaten seit 1945: Dialog und Zusammenarbeit statt Revanche.
Eine bewusst gelassene Leerstelle steht für den Brexit: Das Vereinigte Königreich fehlt und ist doch präsent – als Lücke, die ihre historische Spur hinterlässt, aber prinzipiell wieder gefüllt werden könnte.
Das Europabild entstand in pandemischer Zeit 2020/2021, mit Blick auf eine von Krisen, Grenzfragen und politischen Spannungen geprägte Gegenwart.
Seit Juni 2022 ist es im Foyer des H31 / HUB31 in der Hilpertstraße 31 in Darmstadt öffentlich zugänglich – montags bis freitags während der Hausöffnungszeiten.
Das Bild war Teil der Ausstellung „EXPERIMENT – KONTROLLIERTE ENTGLEISUNG“ im artLAB / HUB31, in der neben dem Europabild auch die Laminage-Reihe DNAFRUIT EUROPA 1–9 und die Installation „THANKS TO MATERIAL – UND BLAUER PLANET“ gezeigt wurden.
Öffentliche Beiträge – etwa von der Landtagsabgeordneten Hildegard Förster-Heldmann oder im Darmstädter Echo – betonen das Bild als Anstoß für Austausch über Europa und als künstlerischen Beitrag im Kontext der Europawahlen.
Das Europabild ist als langfristiger malerischer Prozess angelegt, der mit zeichnerischen und farblichen Vorstufen begann:
- Kompositorische Anlage der Flaggen als Gesamtstruktur – nicht als isolierte Einzelflaggen, sondern als zusammenhängendes Feld.
- Ausarbeitung der Vertiefungen und Schichten, in denen Geschichte, Brüche und Spannungen bildnerisch fassbar werden.
- Einsatz von Kratzungen, Übermalungen, symbolischen Zeichen als „Störungen“ der glatten Repräsentation – eine Malerei, die Widerspruch und Verletzung sichtbar lässt.
Die Leerstelle für den Brexit ist dabei keine nachträgliche Ergänzung, sondern von Anfang an integraler Bestandteil der Bildkonzeption: Das Fehlen selbst wird zur Form.
In Verbindung mit den kleinformatigen Arbeiten DNAFRUIT EUROPA 1–9 entsteht ein mehrstufiges System: Das große Europabild als übergeordneter „Schirm“, darunter vertiefende Einzelarbeiten, die die Themen Demokratie, Rechtsruck, historische Lasten und Möglichkeitsräume im europäischen Kontext weiter ausdifferenzieren.
H31 / HUB31, Darmstadt – Foyer, seit Juni 2022 öffentlich zugänglich, u. a. im Rahmen des Projekts „EXPERIMENT – KONTROLLIERTE ENTGLEISUNG“ (ArtLab-Ausstellung mit mehreren Künstler:innen).
Präsentationen und Berichterstattung im lokalen Kontext (u. a. Darmstädter Echo, Blogbeiträge und Social-Media-Kommunikation zu EU, Europawahl und Kunst im öffentlichen Raum).
Besuch von Hildegard Förster-Heldmann (Landtagsabgeordnete, GRÜNE)
Die Darmstädter Landtagsabgeordnete Hildegard Förster-Heldmann besucht Zygmunt Blazejewski am EU-Europabild im Gründerzentrum H31. In ihrem Bericht beschreibt sie das rund 7 × 2,6 Meter große Werk als beeindruckende, vielschichtige Europa-Vision, in der alle EU-Mitgliedsstaaten – inklusive einer spürbaren Leerstelle für den Brexit – sichtbar werden. Sie hebt hervor, dass das Bild zum Nachdenken über Europas Zukunft anregt und ein starkes Zeichen im Vorfeld der Europawahl setzt.
artLAB / HUB31 – Ausstellung „EXPERIMENT – KONTROLLIERTE ENTGLEISUNG“
Im Rahmen der Ausstellung „EXPERIMENT – KONTROLLIERTE ENTGLEISUNG“ wird das EU-Europabild in der Eingangshalle des H31 als zentrales Leitmotiv präsentiert. Die Kurator:innen beschreiben das Werk als „leibhaftig gewordene Analogie“ zur Frage, ob Europa sich (noch) zusammenhält, und verknüpfen es mit Performances und weiteren Kunstwerken im Gebäude. Das Europabild fungiert dabei als visuelle Klammer, in der sich politische, historische und persönliche Perspektiven auf Europa bündeln.
Über das Atelier erhältlich
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