DNAfruit ist ein zentraler Werkkomplex von Zygmunt Blazejewski. Der Begriff bezeichnet sowohl eine konkrete Bilderreihe als auch einen übergeordneten Code: ein Bild für das individuelle Potenzial des Menschen und für die Weise, wie wir uns in einer von Medien geprägten Welt bewegen.
DNAfruit umfasst Malerei, Laminagen, Collagen und installative Arbeiten, die sich wie Module eines eigenen „Genoms“ lesen lassen – Bausteine eines künstlerischen Körpers, der aus Farbe, Zeichen, Strukturen und Bildfragmenten besteht.
ZB-JEWSKI beim Aufbau der Ausstellung/Performance "Pandaemonium" in Kooperation mit Ira Blazejewska. (2014)
Der Künstler beschreibt "DNAfruit" als den Code für unser ureigenes Potenzial – ein Bildbegriff, der die heutige mediale Welt in einem zusammenhängenden Werk bündelt. Nicht nur die gleichnamige Serie, sondern das Gesamtwerk des Künstlers wird als ein individueller, sich entfaltender Code verstanden.
Im Zentrum steht die Frage:
- Wie nutzen wir unsere „inneren Codes“, unsere Möglichkeiten und Prägungen?
- Wie gehen wir mit den Medien um, die uns umgeben und beeinflussen?
Blazejewski versteht seine Arbeit als Bewusstmachung dieser Spielräume. Der Umgang mit Bildmaterial, Schrift, Reproduktion und digitalen Fragmenten wird zum Spiegel dafür, wie wir uns im „Feld“ bewegen: Wir entscheiden, ob wir Schattenseiten betonen oder Medien als produktives Werkzeug einsetzen.
DNAfruit ist damit weniger ein einzelner Stil, sondern eine Haltung: Kunst als Tätigkeit, in der jemand Verantwortung für den eigenen Code übernimmt – im Bild, im Material, in der Art, wie Bedeutungen geschichtet und freigelegt werden.
Die Bezeichnung DNAfruit taucht ab den 2000er-Jahren als Name von Atelier, Werkreihen und später auch Management-Struktur auf:
- In Darmstadt arbeitete Blazejewski über viele Jahre im Atelier DNAfruit, das zugleich Arbeitsraum, Ausstellungsort und Klangraum für Konzerte und Performances war.
- Auf Social-Media- und Videoplattformen erscheinen unter dem Label DNAfruit Dokumentationen seiner Arbeitsweise sowie Gesprächsformate
Der Begriff wächst damit über einzelne Bilder hinaus zu einer Marke und Denkfigur:
- als Atelier- und Plattformname,
- als Titel für Werkgruppen,
- als Chiffre für ein künstlerisches Universum, in dem Anima Mundi, Europabild und weitere Zyklen miteinander verbunden sind.
In jüngeren Jahren entstehen - im Kontext des Großwerkes "EUROPABILD" unter dem Titel DNAFRUIT/EUROPA 1–9 Arbeiten, die sich explizit mit der Europäischen Union und ihren Spannungen beschäftigen – als bildnerische Antwort auf politische, soziale und kulturelle Herausforderungen.
Die DNAfruit-Werke entstehen in einem seriellen, experimentellen Prozess:
- Blazejewski arbeitet mit Laminage-Techniken – Farbe auf Folie, verklebte Schichten, Papier- und Bildfragmente, Klebestreifen.
- Gedruckte Bilder, Zeitungsausschnitte, Zeichen und Schriftfragmente werden übermalt, überklebt, neu zusammengesetzt.
- Farbflächen, Linien und grafische Elemente verdichten sich zu kleinformatischen „Modulen“, die sich wie Bausteine eines größeren Systems lesen lassen.
Viele Arbeiten liegen im A4-/A3-Bereich (z. B. 21 × 29,7 cm) und wirken wie extrahierte Sequenzen aus einer umfassenderen Bild-DNA. Titel wie „DNAfruit Rosa“ oder „DNAfruit Golden“ betonen die Farbklimate und Schichtungen.
Der Prozess ist offen angelegt: Schichten können ergänzt, überarbeitet oder in neue Konstellationen gebracht werden. Wie bei der Rollenbibliothek ANIMA MUNDI bleibt das Werk in Bewegung – ein System von Fragmenten, das in unterschiedlichen Anordnungen neue Bedeutungen erzeugt.
DNAfruit-Werke und -Kontexte wurden u. a. in folgenden Zusammenhängen gezeigt:
- Atelier DNAfruit, Darmstadt – Atelier- und Ausstellungsformat mit Auktion und Katalog (Ausstellungsarchiv auf zygmuntblazejewski.de).
- Mohrvilla München – Gemeinschaftsausstellung „Dialog zwischen Mösenengeln und DNA-Fruit“ mit Ira Blazejewska, 2006.
- Weitere Werkzusammenhänge der 2000er-Jahre, in denen DNAfruit-Arbeiten bzw. Arbeiten aus dieser Phase in unterschiedlichen Institutionen und Galerien vertreten waren (vgl. Ausstellungsarchiv).
FRIZZ – Das Stadt- und Kulturmagazin Darmstadt (2017)
„Große Auktion vor künstlerischem Sabbatjahr“
Bericht über die Atelierauflösung und Finissage im Atelier DNAfruit in der Frankfurter Straße 68, Darmstadt. Vorgestellt werden Werke aus drei Jahrzehnten, von Malerei über Installationen bis zu Zeichnungen, sowie die Entwicklung von Zygmunt Blazejewski bis zur Rollenbibliothek ANIMA MUNDI.
Radio Darmstadt – „Shakespeare & Co.“ (2021)
Interview-Sendung mit Zygmunt Blazejewski
Gespräch über das Atelier DNAfruit in Darmstadt, zentrale Werkgruppen und die Rollenbibliothek ANIMA MUNDI. Die Sendung beleuchtet Arbeitsweise, künstlerische Biografie und die Verbindung von Bildwelten, Literatur und Musik.
Darmstädter Echo (2023)
„Europabild in Darmstadt sucht einen neuen Platz“
Im Kontext des großformatigen Europabildes werden die Laminagen „DNAFruit/EUROPA 1–9“ vorgestellt. Der Artikel verortet die Arbeit zwischen politischem Statement und künstlerischer Vision und knüpft an die langjährige DNAfruit-Arbeit in Darmstadt an.
Auf Anfrage – ausgewählte Werke verfügbar
Erhältlich sind ausgewählte Fine Art Editions und auf Anfrage auch verschiedene Versionen von Originalvariationen. Bei Interesse an Originalwerken, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.