Digitale Stadt Darmstadt – Kunst im Fokus
2018 wurde Darmstadt offiziell zur „Digitalen Stadt“ ausgerufen. Neben technischen und stadtplanerischen Projekten gab es auch eine starke künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema: Unter dem Titel „Digitale Stadt“ wurde im Rahmen von POSITIONEN 2018 im Designhaus Darmstadt auf der Mathildenhöhe eine große Ausstellung realisiert.
Die Schau zeigte einen Querschnitt aktueller Arbeiten von Künstler:innen aus dem Rhein-Main-Gebiet – von Malerei und Skulptur über Video, Objekt und Installation bis hin zu konzeptuellen Positionen. Im Mittelpunkt standen die Fragen:
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Wie verändert die Digitalisierung unseren Alltag, unsere Städte und unsere Wahrnehmung?
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Welche Bilder, Interfaces und Räume entstehen dabei – und welche gehen verloren?
Beteiligung von Zygmunt Blazejewski
Auch Zygmunt Blazejewski war an dieser Ausstellung beteiligt: Zwei seiner Werke wurden im Designhaus Darmstadt gezeigt und damit in den Diskurs um die digitale Stadt eingebunden. In der begleitenden Kommunikation wurde besonders hervorgehoben, wie seine Arbeiten Fragen nach Erinnerung, Schichtung und Bildraum in eine Zeit übertragen, in der Datenströme und Screens unseren Alltag prägen.
Im Fokus standen dabei auch die seriellen und archivierenden Aspekte seines Œuvres – etwa die Denkfigur der Rollenbibliothek ANIMA MUNDI oder die modulare Struktur von DNAfruit. Beide Werkkomplexe lassen sich als frühe künstlerische Antworten auf eine Welt lesen, in der Informationen nicht mehr linear, sondern in Netzen, Clustern und Archiven organisiert sind.
Kooperationen und Netzwerk
POSITIONEN 2018 war eine Kooperation mehrerer Institutionen und Kunstvereine:
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BBK Darmstadt,
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Darmstädter Sezession,
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Freie Szene Darmstadt,
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sowie die Kunstvereine EULENGASSE Frankfurt und BBK Wiesbaden als weitere Partner.
Die Ausstellung verknüpfte die Kunstszenen dieser drei Städte – Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden – und wurde von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet: Gespräche, Führungen, Diskussionsformate zu Digitalisierung, Stadt und Gesellschaft.
Blazejewskis Beteiligung an diesem Projekt markiert einen Punkt, an dem sein Werk – mit seiner starken Verankerung in Farbe, Material und Erinnerung – bewusst in den Kontext einer digital geprägten Gegenwart gestellt wird: Nicht als nostalgischer Gegenpol, sondern als Angebot, Verlangsamung, Tiefe und Schichtung in einer beschleunigten, hochvernetzten Welt neu zu denken.