Entstehung und Ort
In pandemischer Zeit entstand mein EU – Europabild 2020/2021.
Seit Juni 2022 bis heute (2025) ist es im Foyer des H31, Hilpertstraße 31 in Darmstadt, öffentlich zugänglich ausgestellt.

Was die DEEP FLAGS erzählen
Mein Anliegen ist es, einerseits die großartige kollektive Leistung der Europäischen Union zu würdigen, die uns im Kern Europas über 70 Jahre Frieden beschert hat, andererseits mit den – wie ich sie nenne – 27 DEEP FLAGS aufzuzeigen, wie immer wieder Schatten auf die Gemeinschaft fallen, gerade jetzt mit besonderer Brisanz.

Die Leerstelle in dem Kunstwerk verkörpert den Brexit des Vereinigten Königreichs (GB), der bleibend seine historische Spur hinterlässt. Die Vertiefung auf der rechten Seite der Flaggen zeigt metaphorisch den historisch-psychologischen Grundstrom auf, der jedem Land eigen ist.
Die Kratzer, Risse und Symbole akzentuieren, dass jede Nation verletzt wurde – und selbst verletzt hat. Umso mehr ist die beständige gemeinsame Arbeit der Staaten an einem neuen, friedlichen Weg nach 1945 hoch einzuschätzen: Dialog und Zusammenarbeit statt Revanche.
DNAFRUIT/EUROPA – vertiefende Bildsequenzen
Parallel zum großen EU – Europabild sind die kleinformatigen Arbeiten DNAFRUIT/EUROPA entstanden. In ihnen verdichte ich die Themen des Hauptbildes – Frieden, Risse, historische Verletzungen und aktuelle Spannungen – in eine Reihe von kompakten Bildsequenzen. Jede dieser Arbeiten ist wie ein herausgelöster Ausschnitt aus dem großen Feld der Flaggen: ein Fragment, in dem sich Farbe, Struktur und Spur zu einem eigenen „europäischen Code“ verbinden.

Während das Europabild den gemeinsamen Raum der Europäischen Union in seiner ganzen Breite sichtbar macht, erlauben mir die DNAFRUIT/EUROPA-Bilder, näher an bestimmte Stimmungen heranzugehen: Momente von Aufbruch und Hoffnung, aber auch von Überforderung, Spaltung oder Müdigkeit. Zusammen gelesen entstehen so zwei Ebenen – das große, öffentliche Bild im H31 und eine Reihe von kleineren, persönlicheren „Lesarten“ Europas, in denen sich auch meine eigene Biografie und Wahrnehmung dieser Zeit spiegeln.