Artweek Berlin 2018

Die diesjährige Art Fair Berlin fand in den Hangars des ehemaligen Tempelhofer Flughafen statt. Zwei Hallen voller Kunstwerke unterschiedlichster Art. Hauptsächlich deutsche Galerien stellten ihre internationalen Künstlerinnen und Künstler vor, nebst einigen Galerien aus dem Ausland (z.B Miami oder Österreich). Die geballte Energie von vielen Menschen und starken künstlerischen Werken, hinterlässt nachhaltigen Eindruck: Kunstwerke haben stets eine Seele – und diese ist spürbar, wenn man vor ihnen steht und sich mit einem offen Geist auf sie einlässt. Sie können geben, aber auch nehmen – deswegen ist es wichtig, sich Zeit zu lassen, wenn man sich entscheidet, eines der Werke in sein Eigenheim zu lassen. Es ist eine Wechselwirkung zwischen dem Werk und den Augen des Betrachters. Der Energie-Austausch ist es, der diese Beziehung so lebendig werden lässt. 

Anziehung zwischen Reizüberflutung

Der erste Schritt in die Hallen, ist erfüllt von einer Explosion an Wahrnehmungen und Reizen: Menschen, Lautstärke, Farben, Formen, Stress und Entspannung, Erwartung, Hoffnung, Achtung, Missachtung und vieles mehr  – alles ist in der ersten Sekunde spürbar. Und doch wage ich es, durch die Pforte zu gehen, um mich von meinen Impulsen leiten zu lassen. Zuerst nach rechts. Wie sind die Stände aufgestellt? Einzelne Parzellen, ausgestattet mit weißen Wänden und Tageslicht-Scheinwerfen, die versuchen, ihre Künstlerinnen und Künstler in das rechte Licht zu rücken. Eine Herausforderung, da dieser Ort aufgrund seines Überangebotes auf den ersten Blick so gar nicht den Raum zu lassen scheint, ein Ort der Kunst zu sein. Paradox. Lässt man sich jedoch auf seine eigene Intuition ein, entsteht an manchen Stellen des eigenen Schrittes eine Konzentration. Die ersten Werke, die mich in ihren Bann ziehen und deren Ruf ich folgen möchte, sind die eines Künstlers aus der Steiermark: Christian Eisenberger.

Christian Eisenberger

Kletten, zusammengefügt zu einer tierisch-menschlich anmutenden Figur. Von der Decke hängend und im Kontrast stehend zu einem schwarz-weißen Gemälde, dass an die Vogelperspektive auf eine orientalische Stadt erinnert.   Paketband, in mehreren Schichten übereinander geklebt. Der Kontrast des Menschen zwischen seiner dunklen und hellen Seite. Eine düstere und positive Ausstrahlung zugleich. In jedem Fall energetisch aufgeladen durch einen passionierten Künstler, der allem Anschein nach, Kunst aus der alltäglichen Konfrontation seiner Umgebung machen MUSS. Ein Mann, dem die Kunst durch das Elternhaus zuerst versagt wurde, um etwas „Anständiges“ auf dem Hofe auszuüben. Ein Mann, der sie trotzdem gemacht hat und es immer noch tut. Die Werke versprühen etwas „Unbedingtes“ – rigoros, zerstörerisch und Zartes, Schaffendes zugleich. Der Name „Eisenberger“ passt, wenn man ihn wortwörtlich betrachtet, sehr genau zu den Exponaten – meinem Empfinden nach. (Natürlich sind die ausgestellten Werke nur eine Facette des Künstlers – auf der Website finden sich Farben und Formen aller Art – auf jeden Fall einen Blick wert.)

Farben, noch verschlossen und schon offen

Nach einem angeregten Gespräch mit den Vertretern der Galerie Martinetz, führt mich mein Weg weiter. Dieses Mal schneller und mit dem Blick für hellere Farben. Werke von Peter Krauskopf (hell, strahlend), Jan Voss (unglaublich jugendlich), Günther Uecker ( schwarz-weiß, aber großzügig und frei), sowie Jörn Stoya (wahrlich leuchtende Farben und jung und kraftvoll) und Jugoslav Mitevski (ganz klar) – nur um einige Namen zu nennen. Aus der Betrachtung der Werke entstehen Gespräche, die offener und verschlossener Art sind – ebenso bunt und vielseitig wie die Kunst selbst. Aber an dieser Stelle möchte ich lieber die Gemälde selbst sprechen lassen – denn sie sind der Mittelpunkt und manchmal ist es ein Glück, sie unabhängig von eigenen oder fremden Erwartungen und Konventionen zu betrachten.

Die Sehnsucht nach der persönlichen Begegnung 

Vielleicht kann man den einzelnen Werken auf solch einer großen Messe gar nicht gerecht werden – doch ist die Präsentation wichtig für das Geschäft und demnach auch für die Existenzgrundlage derer, die von der Kunst leben. Alle eingeschlossen. Das ist in Ordnung. Dennoch bleibt in mir der Wunsch, manchen Arbeiten noch einmal persönlich zu begegnen. In Ruhe, in unangestrengter Aufmerksamkeit. Wenn ich so darüber nachdenke, entsteht sogar eine Vorfreude, auf diesen Moment. Kunst ist etwas sehr Intensives, etwas, wofür die Erschaffer immer etwas von ihrem Leben geben (wahrscheinlich ist demnach doch jeder Mensch ein Künstler) – das verdient Respekt. Wann ich diesen in einem persönlichen Moment zeigen darf, ist noch ungewiss – was bleibt oder geweckt wurde, ist die Sehnsucht. Und das ist schön.

Lorris Andre Blazejewski

Vom Reiz des Verschließens

Prof. Dr. Gottfried Knapp berichtete in der Süddeutschen Zeitung ausführlich über die Rollenbibliothek ANIMA MUNDI. Nachdem das große Werk über ein halbes Jahr im Sonderausstellungsraum des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in München ausgestellt wurde, ist dieser Artikel ein wertvolles Dokument, um zu beschreiben, was die Rollenbibliothek für eine Kraft und Ausstrahlung entwickelt. Wann wird sie sich das nächste mal den Augen der Betrachter öffnen? Ein Moment der Ruhe, bevor sie ein weiteres Mal auf Reise geht. Bis dahin, die Worte Knapps:

Weihnachtsrodeo Designweihnachtsmarkt 2017

Dieses Jahr wird die Kunst Blazejewskis am 2.+3. Dezember 2017 bei dem Berliner Designweihnachtsmarkt Weihnachtsrodeo zum Verkauf stehen. Wir freuen uns sehr, einem großen Publikum kleinere und größere Werke des Künstlers, präsentieren zu können. Ihr seid herzlich eingeladen, Euch ein wunderbar kreatives Wochenende zu machen und auch die zahlreichen anderen Kreativköpfe und ihre Arbeiten zu bestaunen. Der Weihnachtsmarkt verspricht eine gelungene Abwechslung zu den üblichen Märkten in der Advents- und Weihnachtszeit.

Mit dabei sind auch die begehrten Werke der Rollenminiaturen, sowie extra angefertigte Unikate aus dem großen Werk „Thanks to Material“:

Über den Verkauf hinaus, sind wir auf zahlreiche Begegnungen gespannt und wünschen uns allen eine großartige und besinnliche Zeit.



Informationen zur Veranstaltung am 2. und 3.12.2017

Weihnachtsrodeo Designweihnachtsmarkt – Berlins Indoor Designweihnachtsmarkt

Wann? | 2.+3. Dezember 2017 | Sa & So. täglich von 12:00-20:00 Uhr

„Weihnachtsrodeo Designweihnachtsmarkt 2017“ weiterlesen